Zweinutzungshühner - mobil, gesund und geschmackvoll (Ei und Fleisch)

Da staunt selbst die Henne, was da so an Eiern zusammen kommtr Sonne

Neue Wege in der Hühnerhaltung beschreiten wir, seit wir in der Landwirtschaft Hühner halten. Die Vorgeschichte ist schnell erzählt: Wir waren schon lange des Hühnchenfleisches überdrüssig, das üblicherweise angeboten wurde. Und auch die "normale" Ökolegehennen-Haltung in Ställen mit zigtausend Hennen hat uns nicht überzeugt. Zudem gilt auch: Üblicherweise werden - egal, ob konventionell oder bio - hoch spezialisierte Hühner gehalten, die oft vor lauter Brustfleisch nicht mehr fliegen können (bei der Brathähnchen-"Produktion") oder an die 300 Eier pro Jahr legen müssen, damit es sich lohnt. Das ist nicht unser Weg, das war uns schnell klar.

Nach einiger Zeit haben wir dann unseren Weg gefunden. Wir setzen gezielt LesBleues-Hühner ein, so heißen die Bresse-Hühner in Deutschland. Dies ist ein Zweinutzungshuhn (s. Foto), das weniger Eier legt, dafür mehr frisst und somit als Hahn schwerer wird als die Brüderhähne der Hochleistungslegehennen. Dadurch werden Eier und Fleisch zwar teurer, aber wir wollten eben keine übiche Hühnerhaltung - und schon gar nicht im großen Stile. Unsere Hühner können fliegen, picken Regenwürmer vom Boden, nehmen ganz entspannt ihr Staubbad unter den Obstbäumen und führen so ein wirklich tiergerechtes Leben.

Ebenfalls haben wir in einer Zuchtgruppe Mechelner Hühner, eine vom Aussterben bedrohte Belgische Landhuhnrasse, etwas schwerer als die Bresse-Hühner und sie legen auch später ihre Eier. Aber es sind imposante Tiere, der Hahn so eindrucksvoll, dass tatsächlich der Hühnerhabicht abdreht, wenn der sich aufrichtet.

Hier Siegertyp Siegfried, der Kämpfer gegen den Hühnerhabicht.

Zudem wichtig für uns: Wir setzen auf eine mobile Hühnerhaltung. Angefangen hat es mit einem und später zwei Bauwagen, im Jahr 2018 haben wir uns mit dem ROWA 100 einen LEADER-geförderten mobilen Hühnerstall geleistet. Mobile Hühnerhaltung ist grundsätzlich gut für das Tier, denn bei wechselnden Weideflächen ist nicht nur immer frisches Gras verfügbar (ganzs schön lecker!), zudem sinkt das Risiko, dass die Hühner an Wurmkrankheiten leiden. Und es wird dafür gesorgt, dass der Boden nicht überdüngt wird, da der Auslauf ja wechselt.

Ganz kompakt hier die Gründe, die aus unserer Sicht für diese Art der Hühnerhaltung von Zweinutzungshühnern spricht:
* Es wird kein einziges Küken getötet, wenn es nicht den Leistungsansprüchen entspricht. In Deutschland werden derzeit (2017) insgesamt 40 bis 50 Millionen Küken pro Jahr getötet.
* Moderne Zweinutzungshühner aus "industrieller" Produktion werden hauptsächlich weiter auf Legeleistung gezüchtet - dieses scheint nicht wirklich zu funktionieren.
* Unsere Zweinutzungshühner sind Rassehühner - für die Nachzucht ist der Bauer nicht auf die vier Großkonzerne weltweit angewiesen, sondern kann selbst vermehren (was der Industrie wahrscheinlich nicht so gefällt).
* Die Versuche, bereits im Ei das Geschlecht zu bestimmen, scheinen teuer und verschwenderisch. Um 42 weibliche Küken (Legehennen) auszubrüten, müssen 148 Einer angebrütet werden - der Rest wird später entsorgt. Das ist für uns nicht nachhaltig. Mehr dazu hier.

Der Einsatz von Rassehühnern, die Fleisch und Eier liefern, ist für uns der nachhaltigste Weg, der zugleich den Bauern ein gewisses Maß an Unabhängigkeit zurückbringt. Auch wenn dieser Weg gegen den Trend ist: Wir gehen ihn.

Dank der mobilen Haltung können wir immer wieder für einen frischen und großzügigen Auslauf sorgen (wenn uns das zu nasse Bergische Wetter keinen Strich durch die Rechnung macht).

Unsere Hühner sind lebensfroh, fliegen noch auf Bäume, haben einen strukturierten und geschützten Auslauf. Unsere eigene Brüterei macht uns wieder ein Stück unabhängiger.

Damit sind unsere Eier teurer als üblich, aber ihren Preis wert - sie stehen für eine andere, eine besonders nachhaltige Landwirtschaft. Wir freuen uns über jeden, der dies versteht und mit uns dafür aktiv ist.

Unsere Eier gibt es
* täglich an der Haustüre zum Selbstabholen
* montags als EierAbo in den umliegenden Dörfern
* per SMS-Reservierung für registrierte Kunden (bitte Kontakt aufnehmen unter info@klosterbauer.de)
Unser Hähnchen- und Hühnchenfleisch bzw. Suppenhühner gibt es frisch nach der Schlachtung - lassen Sie sich dafür bitte in umserem Mail-Verteiler registrieren.

Hier unser Faltblatt zum Thema - nicht mit allen, aber mit vielen Informationen zum Thema

Unser Stall ist Referenzstall für den Biokreis Erzeugerring e.V. und den Stallhersteller ROWA - mehr hier.


Dieser mobile Hühnerstall wurde mit Mitteln aus dem Förderprogramm LEADER co-finanziert! Weitere Informationen zur Förderung gibt es hier. Er wird auch zu Anschauungs- und Lernzwecken eingesetzt - gerne auch für Schulen und KiTas im Rahmen von Projektwochen, Unterrichtseinheiten, OGS-Angeboten - schauen Sie hier oder nehmen Sie Kontakt auf mit susanne(at)klosterbauer.de